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Brief (Transkript)

Wilhelm Nünnighoff an seine Eltern am 18.10.1944 (3.2008.1389)

 

Mauer-Oehling, den 18.10.44



Liebe Eltern!

Nun wird aber doch der Hund in der Pfanne verrückt, noch immer keine Post. Hier liegen eine ganze Menge Leute aus Köln, Duisburg usw. die alle seit 14 Tagen keine Post mehr bekommen. Nur einer aus Rheinhausen bekommt fast jeden Tag seine Post von zu Hause. Nun sagt bloß, wie kommt das. Beschiessen denn bei Euch die Flieger so schlimm die Züge, daß die Post gar nicht abgeht? Jeden Nachmittag um 5.00 Uhr wenn die Post ausgeteilt wird, sitzen alle gespannt in ihren Betten und warten darauf, daß ihr Name aufgerufen wird. Am Ende aber immer die Gesichter, wenn wieder nichts dabei war. Ja, so lange hat die Post zur Front nicht gegangen. Ich bin ja bloß gespannt, wann die erste Post mal wieder von Euch kommt? Schickt doch mal einen Einschreibenbrief, vielleicht geht der eher durch. Die beiden Pakete sind auch lange auf, und zu rauchen habe ich schon auch lange nichts mehr. Dann denkt bitte mal an meine Stiefel. Mein Bein ist jetzt fast wieder gerade. Nur das letzte Stück will nicht mehr gerade. Na, vielleicht kommt das auch bald. Der Arzt hat mit seiner ganze Körperkraft auf das Bein gedrückt, daß er mir bald die Knochen gebrochen hätte. Dann wurde das Bein auf einer Schiene festgebunden.
Nun will ich für heute mal wieder schließen. In der Hoffnung, daß es Euch noch recht gut geht, grüße ich Euch aufs Herzlichste Euer Sohn Willi

 

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